Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
 
Mit dem Aschermittwoch beginnen wir die heilige Zeit der Vorbereitung auf Ostern – eine Zeit, die uns einlädt, innerlich stiller zu werden, unser Leben neu zu ordnen und uns Gott wieder bewusster zuzuwenden. Die Fastenzeit ist mehr als ein Abschnitt des Kirchenjahres; sie ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen, ein geistlicher Aufbruch, der uns tiefer in das Geheimnis der Liebe Gottes hineinführen möchte.
 
Wenn wir das Aschenkreuz empfangen, hören wir die Worte: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehrst“ – oder: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Beide Zusprüche erinnern uns an unsere Begrenztheit, aber auch an unsere Berufung zur Umkehr und Erneuerung. Gott ruft uns, ihm wieder Raum zu geben in unserem Alltag, unseren Gedanken, unseren Entscheidungen.
Die Fastenzeit ist ein Geschenk: Eine Zeit, die uns hilft, frei zu werden von dem, was uns bindet, und aufmerksam zu werden für das, was wirklich trägt.
 
In diesen 40 Tagen begleiten wir Christus auf seinem Weg – in der Wüste, in seinen Begegnungen mit Menschen, in seinem Ringen und Beten, in seinem unerschütterlichen Vertrauen in den Vater. Jeder von uns ist eingeladen, sich von ihm führen zu lassen: durch Gebet, durch Fasten und durch Werke der Liebe.
 
Die Fastenzeit möchte uns mehr und mehr auf das große Fest des Glaubens vorbereiten: auf Ostern, das Fest des Lebens. Ostern ist nicht nur ein Termin im Kalender, sondern Mittelpunkt und Ursprung unserer Hoffnung und unseres Glaubens. Damit wir dieses Fest in seiner ganzen Tiefe feiern können, lädt uns die Kirche ein, uns innerlich erneuern zu lassen – Schritt für Schritt, Tag für Tag.
 
Bitten wir den Herrn, dass er uns auf diesem Weg begleitet: dass er unser Herz verwandelt, unseren Glauben stärkt. Möge diese Fastenzeit für uns alle zu einer Zeit der Gnade werden – zu einer Zeit, in der wir Christus näherkommen und seiner Auferstehung entgegensehen mit offenen, bereiten Herzen.
 
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete und fruchtbare Fastenzeit – und einen Weg, der uns gemeinsam zu einem strahlenden Osterfest führt.
 
Pfr. Adm. Frank Schwegler